Phytotherapie- Wirksame Heilpflanzen für Fellnasen

Phytotherapie- Wirksame Heilpflanzen für Fellnasen

Die Phytotherapie = Pflanzenheilkunde gehört zu den ältesten Heilverfahren überhaupt. Die besondere Wirksamkeit natürlicher Heilpflanzen wird unter anderem darauf zurückgeführt, dass sie eine Mischung verschiedener Wirkstoffe in sich vereinen. Dazu zählen (in alphabetischer Reihenfolge) zum Beispiel: ätherische Öle, Alkaloide, Bitterstoffe, Cumarine, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Saponine und Schleimstoffe. Somit wirkt eine Pflanze als Vielstoffgemisch immer breitbandiger als ein schulmedizinisches chemisches Einzelmittel (Monopräparat).

In der Pflanzenheilkunde werden ganze Pflanzen oder Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Früchte, Samen, Stängel, Rinden, Wurzeln)verwendet, einiges davon frisch, der überwiegende Teil getrocknet. Zur Anwendung kommen sie beispielsweise als Tee, Saft oder Tinktur, zu Tabletten gepresst, als Badezusätze, in Salben oder Cremes. Im Allgemeinen ist die Phytotherapie ( wenn korrekt dosiert wird ) frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Die Pflanzenheilkunde darf nicht mit der Homöopathie verwechselt werden. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Therapiemethoden.

Heilpflanzen zur Heilung, Kräftigung und Erhaltung der Gesundheit wurden in Europa intensiv von Mönchen und Ordensfrauen verwendet, und fast jedes Kloster hatte seinen eigenen kleinen Kräutergarten. Blätter, Blüten, Stängel, Wurzeln und Früchte wurden zu Arzneimitteln verarbeitet.

Im Mittelpunkt der Klostermedizin stand die Heilung und Linderung menschlicher Gebrechen. Die Erkenntnisse und Erfahrungen der klösterlichen Pflanzenheilkundigen wurden im Mittelalter Bestandteil der “wissenschaftlichen” Medizin. Seither werden pflanzliche Medikamente auch von Ärzten, Apothekern und Drogisten zur Heilung und Stärkung kranker Menschen eingesetzt.

Ein berühmter Phytotherapeut war Paracelsus (1493-1541). Er gründete seine medizinische Tätigkeit auf Erfahrung, Experimenten und Naturbeobachtungen. Um kranke Tiere kümmerten sich vor allem volksheilkundliche Heiler und Heilerinnen, Bauern und Hirten, die mündlich weitergegebene Erfahrungen über die Wirkung von heimischen Wildkräutern erkrankten Tieren zugute kommen ließen. Eine regelrechte Tiermedizin entstand erst, als militärische Erfolge von gesunden Pferden abhingen. Die alten „Stallmeister“ legten ihre Kenntnisse schriftlich nieder und begründeten so die moderne Tiermedizin. In diesen frühen Schriften hatten Heilpflanzen für die Behandlung erkrankter Pferde einen großen Stellenwert. Heutzutage wissen wir viel über die Inhaltstoffe der Pflanzen wie etwa Alkaloide, Ätherische Öle, Harze, Schleim-, Gerb- und Bitterstoffe, Vitamine und Enzyme. Besonders beim Pferd als Pflanzenfresser ist die Phytotherapie sehr erfolgreich anzuwenden. Die Phytotherapie bietet so viele Varianten von Kräutermischungen und die meisten Pferde fressen diese mit Begeisterung. Im Pferdebereich hat sich die Pflanzenheilkunde als eine sehr erfolgreiche Zusatztherapie etabliert.

 

Indikationen

– Atemwegserkrankungen
– Lebererkrankungen
– Magen,-Darmerkrankungen
– Immunmodulation, Immunstimulation
– Herz-Kreislauferkrankungen
– Erkrankungen des Bewegungsapparates
– Hauterkrankungen

 

Ich werde euch einige Pflanzen vorstellen mit Wirkung und Anwendungsgebieten. Alle kann ich leider nicht auflisten, dafür gibt es einfach zu viele. Bei Fragen oder Interesse könnt ihr euch aber gerne bei mir melden. Ich berate euch gerne und
individuell.

1. Artischocke

Die Artischocke gehört zur Familie der Korbblütler. Ein besonderer Inhaltsstoff ist die Chlorogensäure, ein Antioxidans. Sie verlangsamt nach einer Mahlzeit die Aufnahme von Zucker ins Blut. Dies hat einen antidiabetischen Effekt. Dazu wurde ein blutdrucksenkender und blutfettsinkender Effekt nachgewiesen, zusätzliche schützt und stärkt sie die Leber.

Anwendungsgebiete:

– Arterioskleroseprophylaxe
– Senkung der Blutfettwerte bei Fettstoffwechselstörungen
– Zusammen mit Papaya schützt und stärkt sie die Leber und Gallenblase

2. Echte Goldrute

Sie gehört auch zur Familie der Korbblütler. Die echte Goldrute(Solidago virgaurea)ist von der Riesengoldrute(Solidago gigantea) zu unterscheiden. Sie haben beide eine ähnliche Wirkung, aber die echte Goldrute ist besser untersucht und deshalb vorzuziehen. Hier sind die Phenolglycoside mit Leiocarposid und Virgaureosid und die Flavonide erwähnenswert. Diese haben entzündungshemmende, leicht krampflösende, leicht entwässernde und schmerzstillende Eigenschaften.

Anwendungsgebiete:

– Harnwegsinfekte
– akute oder chronische Nierenentzündung
– Durchspülug der Harnwege
– Entzündungen der Maul-Mundschleimhaut

3. Mariendistel

Auch sie gehört zu den Korbblütlern. Wichtiges Inhaltsstoff ist das Silymarin, aber auch Flavonoide und Proteine. Silymarin wirkt antitoxisch, antifibrotisch(Verhinderung einer krankhaften Vermehrung von Bindegewebe) und es wurden
Leberregenerierende Eigenschaften nachgewiesen.

Anwendungsgebiete:

– Lebererkrankungen
– Leberstütztherapie

4. Süßholz

Den Geschmack von Süßholz kennen wir alle, Lakritze. Aber als Heilkraut hat diese Pflanze noch weitaus mehr zu bieten. Inhaltsstoffe sind Triterpensaponine mit Glyzyrrhizinsäure, die Wirkungen sind expektorierend(auswurffördernd),
antitussiv(hustenstillend), antiphlogistisch(entzündungshemmend),spasmolytisch(krampflösend), antimikrobiell(gegen Mikroorganismen gerichtet), antiviral, hepatoprotektiv(leberschützend), antitoxisch, immunmodulatorisch(„das Immunsystem verändernd“, verstärkend, stabilisierend), anticarcinogen und antiulcerogen(gegen Ulzera wirksam, z.B. Magengeschwür).

Anwendungsgebiete:

– Magen-und Zwölffingerdarmgeschwüre
– chronische Magenschleimhautentzündung, auch prophylaktisch möglich
– Magen-Darm Erkrankungen z.B. Sodbrennen, Übelkeit
– akute und chronische Bronchitis
– Atemwegsinfekte
– chronische Hepatitis

5. Taigawurzel

Die Taigawurzel, auch Sibirischer Ginseng genannt, gehört zu den Efeugewächsen. Wichtige Inhaltsstoffe sind Lignane, Hydroxycumarine, Triterpensaponine, Steroidglykoside und Polysaccharide. Ihre Wirkungen sind immunmodulierend
und antiviral. Dazu haben Studien belegt das die Taigawurzel als Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühl, nachlassender Leistungs-und Konzentrationsfähigkeit, sowie in der Rekonvaleszenz(adaptogene Wirkung).

Anwendungsgebiete:

– Zusammen mit Echinacea oder Medizinalpilzen(Shitake,Coriolus) gute antivirale Wrkung bei Rhinoviren(Atemwegserkrakungen)
– Katzenschnupfenkomplex
– Equines Herpes(das Immunsystem wird stabilisiert und die Stressresistenz wird erhöht)
– Zur Rekonvaleszenz nach überstandenen Erkrankungen

6. Weißdorn

Weißdorn gehört zur Familie der Rosengewächse. Ihre wichtigsten Inhaltsstoffe sind Oligomere Procyanidine, Flavonoide und Zimtsäure Derivate. Diese wirken herzstärkend, blutdruckregulierend, gefäßerweiternd und antioxidativ. Weißdorn ist das wichtigste Standbein in der Phytotherapie der leichten-bis mittelschweren Herzbeschwerden wie z.B. eine Herzinsuffizienz. Die Durchblutung des Herzens wird verbessert, der Herzrhythmus wird verbessert,der Blutdruck und die
Herzfrequenz werden gesenkt, dadurch wird u.a. die Leistungsfähigkeit des Patienten verbessert.

Anwendungsgebiete:

– Herzinsuffizienz
– Arterioskleroseprophylaxe
– Herzrhythmusstörungen
– Kreislaufstörungen
– Bluthochdruck
– Alterherz zur Stärkung z.B. bei alten Tieren

7. Blutwurz

Der Blutwurz gehört auch zur Familie der Rosengewächse. Die Hauptinhaltsstoffe sind Catechingerbstoffe, aber auch Flavonoide und Ellagitanningerbstoffe. Diese wirken antihypertensiv(blutdrucksenkend>), antiallergisch, immunstimmulierend, antiviral, antiphlogistisch(entzündungshemmend)und vasoprotektiv(gefäßschützend).

Anwendungsgebiete:

– Durchfälle
– Blutstillung
– Entzündung der Maul-Mundschleimhaut
– Entzündung des Zahnfleisches
– Verbrennungen
– Blähungen
– Equines Sarkoid(Bindegewebsgschwulst bei Pferden)

8. Schisandra

Schisandra gehört zur Familie der Magnoliengewächse. Wirkstoffe sind die Lignane. Schisandra wirkt adaptogen, kardioprotektiv, hepatoprotektiv, antiphlogistisch, krampflösend und wird in der traditionell chinesischen Medizin häufig zusammen mit Ginseng verabreicht, dabei scheint es als würde dadurch die Wirkung vom Ginseng verstärkt.

Anwendungsgebiete:

– Blutdrucksenkung
– Blutzuckersenkend
– Senkung des Cholesterinspiegels
– Bei Angstörungen
– Unterstützt die Leistungsfähigkeit des Gehirns
– Leberstärkung
– Optimierung des Säure Basen Haushaltes
– Unterstützung der Nebenniere
– trägt zur Hautgesundheit bei

 

Ich habe bewusst auf die Angaben der Dosierung verzichtet, denn einige dieser „Drogen“ können in der falschen Dosierung auch negative Wirkungen hervorrufen. Dazu kommt noch das die einzelnen Pflanzen in verschiedenen Formen verabreicht werden wie z.B. als Wurzeldroge, Kraut, Pulver usw.
Bitte sprecht vorher mit einem Tiertherapeuten und lasst euch einen individuelle Therapieplan erstellen!!

 

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Verfasserin:
Schnauze, Fell und Pfoten,
Inh. Daniela Lamers

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